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2. Heft42. JahrgangJuni 2010   


Editorial
Christine MERHAUT, Wien

Beiträge
Rita ZELLERHOFF, Düsseldorf
Diagnostik bei Mehrsprachigkeit

ABSTRACT: Die kommunikativen Fähigkeiten mehrsprachiger Kinder zu erfassen ist ein hochkomplexer Prozess, der nicht mit einer Sprachstandsmessung zu erfassen ist.
Aktuelle wissenschaftliche Forschungen begleiten die Sprachentwicklung mehrsprachiger Kinder als Prozess. Wenn es gelingt, die impliziten Kenntnisse der sprachlichen Vorgänge mehrsprachiger Kinder zu erhellen (vgl. FRANCESCHINI, 2009), können ihre Kompetenzen besser eingeschätzt werden. Dies ist entscheidend für eine Förderung, die an der „Stufe der nächsten Entwicklung“ ansetzen muss. Dazu ist eine begleitende Beobachtung unabdingbar. Es besteht Aussicht auf die Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten, reliablen und gut zu handhabenden Diagnoseverfahrens, das ErzieherInnen und PädagogInnen das Rüstzeug bietet, diese „Meilensteine“ zu erkennen. Es wird empfohlen, die Förderung nicht losgelöst stattfinden zu lassen, sondern sie in den Kindergarten- und Schulalltag einzubetten.
SCHLÜSSELBEGRIFFE: Sprachfähigkeit, grammatische Strukturprinzipien, Sprachentwicklung, Entwicklung der Mehrsprachigkeit, Persönlichkeitsentwicklung, kommunikative Kompetenz, Diagnoseverfahren, ressourcenorientierte Förderung


Inge HOLLER-ZITTLAU, Frankfurt
Kann eine Sprachstandserfassung in Kindertageseinrichtungen einen Beitrag zur frühen Bildung leisten?

ABSTRACT: Ausgehend von Bildungsperspektiven und aktuellen Lebenslagen von Kindern wird in dem folgenden Bericht der Frage nachgegangen, welchen Beitrag eine Sprachstandserfassung in Kindertageseinrichtungen für eine bessere sprachliche Entwicklung von Kindern deutscher Muttersprache und Kindern mit Migrationshintergrund und Deutsch im Zweitspracherwerb leisten kann, damit diesen zugleich ein besserer schulischer Zugang und eine umfänglichere gesellschaftliche Teilhabe möglich wird. Dazu werden Entwicklungsbedingungen und Bildungsperspektiven von Kindern mit Problemen und Störungen in der Sprachentwicklung und im Spracherwerb und/oder Gefährdungen im Bildungsverlauf aufgezeigt, Erkenntnisse zum Erst- und Zweitspracherwerb dargelegt sowie Anforderungen an ein Verfahren zur Sprachstandserfassung in Kindertageseinrichtungen und Umsetzungsmöglichkeiten aufgezeigt. Auf den Hintergrund einer kurzen Einschätzung aktueller Konzepte zur Sprachstandserfassung und der Wirksamkeit von Sprachförderung in Kindertageseinrichtungen werden Möglichkeiten einer individuumszentrierten, institutionalisierten und zugleich kooperativ vernetzten Sprachstandserfassung aufgezeigt und Möglichkeiten einer inklusiven Intervention und Förderung beleuchtet. Das hessische Konzept zur Sprachstandserfassung in Kindertageseinrichtungen mit dem Kindersprachscreening KiSS wird besonders betrachtet.
SCHLÜSSELBEGRIFFE: Spracherwerb, Zweitspracherwerb, Sprachstandserfassung, Kinderarmut, Bildung, Sprachförderung, Kindersprachscreening KiSS

Elisabeth GRAMMEL, Salzburg
Voraussetzungen für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb im Spannungsfeld zwischen Erstsprache und Zweitspracherwerb
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ABSTRACT: Sprachlich, sozial und kulturell bestehen große Unterschiede in unserer Gesellschaft. Jedes Kind bringt eine Sprache mit, wenn es in die Schule kommt – welche auch immer.
Für einen erfolgreichen Schriftspracherwerb in der Unterrichtssprache sollen Kinder fähig sein, Gedanken und Gefühle angemessen zu äußern und sprachlich kompetent zu handeln. Die erste metasprachliche, die Sprache betrachtende Auseinandersetzung mit der Struktur des Deutschen sollte erfolgen und in Form von lustbetontem, kreativem Umgang mit Sprache in Spielen erfolgen. Eine besondere Herausforderung ist dies für Kinder, die mit einer anderen Erstsprache aufgewachsen sind. Auf ihre Bedürfnisse ist größtes Augenmerk zu legen.
SCHLÜSSELBEGRIFFE: Erstspracherwerb, Zweitspracherwerb, phonologische Bewusstheit, Sprachförderung



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