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4. Heft36. JahrgangDezember 2004   


Editorial
Renate STUMVOLL, Wien

Beiträge
Pia PEPELNIK, Zwischenwasser/Vorarlberg
Das Sprachverstehen bei Kindern mit SES und Mehrsprachigkeit in der Schule gezielt fördern – wie kann das gehen?

Auswertung eines Projekts zur Förderung des Sprachverstehens in Anlehnung an das „Programm zur sprachlichen Frühförderung von fremdsprachigen Kindern im Kindergarten“ von Zvi Penner
ABSTRACT: Die pädagogisch-psychologische Forschung hat sich in der jüngeren Zeit stark den verschiedenen Sprachverarbeitungskompetenzen zugewandt und hier Ansatzpunkte zur Früherkennung und damit auch Möglichkeiten zur Verhinderung schulischer Folgeprobleme gesucht. Dem differenzierten Sprachverstehen wird interessanterweise in diesem Rahmen wenig Beachtung geschenkt.
In den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit kommt das Sprachverstehen erst durch die Auseinandersetzung mit dem schlechten schulischen Abschneiden von Migrantenkindern in der PISA-Studie.
Erkenntnisse aus Sprachwissenschaft und Psycholinguistik zum normalen und gestörten Erwerb von Sprache sowie zum Erwerb der Zweisprachigkeit im deutschsprachigen Raum besagen, dass die Probleme von Kindern mit Spracherwerbsstörungen denen von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache verblüffend ähnlich sind und auf einer defizitär bzw. ungenutzt verlaufenen frühesten Spracherwerbsphase beruhen. Dadurch haben beide Gruppen praktisch den selben Interventionsbedarf. Auf diesem theoretischen Hintergrund wurde das vorliegende Förderprojekt aufgebaut.
Ziel des Projektes war es, den Interventionsansatz und das eigens dafür entwickelte Fördermaterial von Zvi PENNER auf seine Anwendbarkeit und seine Förderlichkeit bei den genannten Kindergruppen im schulischen Umfeld zu erproben.
Es ist NICHT Ziel dieser Projektdokumentation, eine umfängliche Darstellung der theoretischen Begründung des Ansatzes von PENNER zu leisten.
SCHLÜSSELBEGRIFFE: Sprachverstehen, Spracherwerbsstörung (SES), Migrantenkinder, Bootstrapping, Input-Therapie

Brigitte LAMPRECHT, Braunau
Prävention von Lese-Rechtschreibschwäche - Einzelfallstudien zur Wirksamkeit eines phonologischen Trainings

ABSTRACT: Die ermutigenden Befunde zur Effektivität von phonologischen Trainingsstudien im Allgemeinen und die Erfolge, die auch für so genannte Risikokinder, das heißt für Kinder mit nachgewiesenen Defiziten in der phonologischen Bewusstheit, publiziert werden, wurden in drei detaillierten Einzelfallstudien näher untersucht. Drei Kinder mit phonologischen Defiziten wurden über einen Zeitraum von 12 Wochen zweimal wöchentlich in ca. 25-minütigen Einzelsitzungen nach den Richtlinien des Würzburger Trainingsprogramms (KÜSPERT & SCHNEIDER, 2000) zur Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache individuell gefördert. Der Verlauf der Förderung wurde dokumentiert und analysiert. Anfang Juli und Mitte Dezember wurden Nachtests durchgeführt, in denen die Leistungen der geförderten Kinder mit Kontrollkindern bzw. einer Kontrollgruppe verglichen wurden. Es zeigte sich bei allen drei Kindern eine Zunahme der phonologischen Bewusstheit, insbesondere die Fähigkeit zur Lautsynthese konnte gesteigert werden. Die Fähigkeiten zur Lautanalyse blieben schwach. Einem geförderten Kind gelang der Einstieg in den Lese- und Rechtschreiberwerb sehr gut, die beiden anderen Kinder zeigten trotz phonologischem Training unterdurchschnittlich schwache Lese- und Rechtschreibleistungen.
SCHLÜSSELBEGRIFFE: Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche, Erstlesen, Erstschreiben, Prävention, phonologische Bewusstheit, Lautbewusstheit, phonologisches Training

Aufgelesen
Tobias BECK
Der Brabbeltest - Hirnforscher glauben, kindliche Sprachstörungen frühzeitig erkennen zu können. Doch ihre Versprechungen sind allzu vollmundig.

Aus den Bundesländern
Sabine MADER, Krems
Sprachauffällige Kinder bei Schuleintritt in der Landeshauptstadt St. Pölten

Arbeitsgruppe Eisenstadt
Gedanken zum integrativen Sprachheilunterricht

Aktuelle Serie
Sprachphilosophie
Teil 2 - Sprache + Sozialität

Werkstatt
„Kitzle den Drachen“

Neu und ausprobiert
WABENE – Materialien zur Förderung der Sprache

Diagnostik
„Der Rundgang durch Hörhausen“

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